Infos zum Förderschwerpunkt Sehen

Wie definiert man eine Sehschädigung? Anhand welcher Anzeichen lässt sie sich erkennen? Welche Inormationen und Hilfsmittel gibt es? Auf dieser Seite finden Sie viele Fakten zum Förderschwerpunkt Sehen.

Was bedeutet Sehschädigung?

Die Übergänge zwischen "normalem" Sehen, schlechtem Sehen, Sehschädigung und Blindheit sind fließend. Im Allgemeinen werden die Beeinträchtigungen wie folgt definiert:

Sehbehinderung

Als sehbehindert gilt, wer trotz Korrektur, zum Beispiel durch eine Brille, nur ein Drittel bis ein Zwanzigstel der normalen Sehschärfe erreicht.

Hochgradige Sehbehinderung

Bei hochgradig sehbehinderten Menschen liegt die Sehstärke (der Visus) zwischen einem Zwanzigstel und einem Fünfzigstel.

Blindheit

Von Blindheit spricht man, wenn die Sehschärfe ein Fünfzigstel und weniger beträgt oder wenn so schwere sonstige Sehstörungen vorliegen, dass sie eine entsprechende Beeinträchtigung des Sehvermögens darstellen, wie zum Beispiel eine starke Einschränkung des Gesichtsfeldes.

Die Sehleistung im Alltag kann sich trotz gleicher Visuswerte bei verschiedenen Menschen jedoch stark unterscheiden, je nachdem, welche Wege und Strategien angewendet werden um die fehlende Sehstärke auszugleichen.

Alarmzeichen für eine Sehschädigung

  • Äußerungen über Schwierigkeiten beim Sehen, zum Beispiel verschwommenes, unscharfes Sehen, beim Lesen kleiner Schrift oder beim Blick in die Ferne

  • Augen- und Kopfschmerzen, Tränen und / oder Rötung der Augen

  • organische Auffälligkeiten wie Augenzittern, Augenrollen, Schielen

  • häufiges Augenreiben

  • schiefe Kopfhaltung beim Sehen

  • häufiges Stolpern, Anstoßen, Danebengreifen und Fehltritte beim Treppensteigen

  • scheinbares Vorbeisehen an einem Objekt, kein direkter Blickkontakt

  • Lichtempfindlichkeit oder besonderer Lichtbedarf

  • Sehen von Doppelbildern

  • sehr nahes Herangehen an Gegenstände

  • Auffälligkeiten der Handschrift

Informationen zum Schwerbehindertenausweis und zu Blindengeld

Menschen mit einer Sehbeeinträchtig können einen Schwerbehindertenausweis beantragen und haben häufig Anrecht auf Blindengeld. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zu beiden Themen.

Schwerbehindertenausweis

Blindengeld

Informationen zu Spielen für blinde und sehende Menschen

Die bekannten Gesellschaftsspiele sind oft nicht für blinde und sehbehinderte Menschen geeignet. Es gibt aber Spielehersteller, die gängige Spiele angepasst haben oder spezielle Spiele für blinde und sehbehinderte Menschen anbieten.

Informationsfilme

Anhand der Filme der "Woche des Sehens" können Sie sich einen Eindruck verschaffen, wie Menschen mit unterschiedlichen Sehbehinderungen Alltagssituationen erleben.

So sehe ich – mit Katarakt

Die Katarakt (auch Grauer Star) ist eine Sehbehinderung, die durch eine Trübung der Linse hervorgerufen wird. Die Betroffenen sehen ihre Umgebung nur noch verschwommen und sehr kontrastarm. Der Graue Star ist in der Regel operativ behandelbar.

So sehe ich – mit Glaukom

Das Glaukom (auch Grüner Star) ist die dritthäufigste Ursache für eine Sehbehinderung in Deutschland. Im Frühstadium gleicht das Gehirn die schwindende Sehkraft noch aus, dadurch wird der Grüne Star meist erst spät erkannt.

So sehe ich – mit Makula-Degeneration

Die Altersabhängige Makula-Degeneration (kurz: AMD) ist die häufigste Ursache für eine Sehbehinderung in Deutschland. Makula ("gelber Fleck") nennt man die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut. Bei Betroffenen kommt es dort zu unterschiedlichen Veränderungen. Ein Fokussieren von Gegenständen wird so unmöglich.

So sehe ich – mit Diabetischer Retinopathie

Die diabetische Retinopathie ist die zweithäufigste Ursache für eine Sehbehinderung in Deutschland. Die Ursache für diese Erkrankung ist die Zuckerkrankheit (Diabetes). Bei diabetischer Retinopathie entstehen häufig unregelmäßige Flecken im Sichtfeld und das Auge wird sehr lichtempfindlich.

So sehe ich – mit Retinitis Pigmentosa

In Deutschland leben etwa 30.000 Menschen mit Retinitis Pigmentosa. Im fortgeschrittenen Stadium engt sich das Gesichtsfeld imer weiter ein, bis hin zum Tunnelblick.