Gemeinsames Lernen

Im Gemeinsamen Lernen werden Schüler*innen mit und ohne Unterstützungsbedarf gemeinsam an einer allgemeinen Schule unterrichtet. Die Sonderpädagog*innen der LVR-Johanniterschule unterstützen dabei die Schüler*innen mit Sehbeeinträchtigung an der jeweiligen Regelschule.

Eine blaue und eine gelbe etwa kindergroße Figur im Stil von Keith Haring gemalt an einer weißen Wand. Die Figuren halten sich an der Hand. Zwischen ihnen ist ein rotes Herz gemalt.

Welche Schule kann mein sehgeschädigtes Kind besuchen?

Der Besuch einer allgemeinen Schule ist nach Verabschiedung des 9. Schulrechtsänderungsgesetztes der Regelfall. Hierzu zählen die Grundschule, Hauptschule, Realschule, Sekundarschule, Gesamtschule und das Gymnasium.

Auf Wunsch der Eltern kann ihr Kind jedoch auch eine Förderschule besuchen. Die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sehen, wie die LVR – Johanniterschule, ist für Schüler*innen geeignet, deren „… schulische(s) Lernen auf Grund von Blindheit oder Sehbehinderung schwerwiegend beeinträchtigt ist.“ (vgl. AO-SF §8 (1))

Die Lehrkräfte der LVR – Johanniterschule unterstützen Sie bei der Wahl einer geeigneten Schule für ihr Kind. Eine Hospitation an unserer Schule ist nach Absprache möglich.

Was ist Gemeinsames Lernen?

Im Rahmen des Gemeinsamen Lernens werden Schüler*innen mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf gemeinsam an einer allgemeinen Schule unterrichtet. Schüler*innen, bei denen der Förderschwerpunkt Sehen festgestellt wurde, werden in regelmäßigen Abständen mit begrenzter Stundenzahl von einer Lehrkraft für Sonderpädagogik der LVR – Johanniterschule in der allgemeinen Schule besucht und unterstützt.

Den Schüler*innen steht ein Nachteilsausgleich zu. So erhalten sie z.B. Zeitzugaben bei Klassenarbeiten oder Klausuren oder speziell auf ihre Bedürfnisse angepasste Materialien (auch für zentrale Prüfungen), die u.a. im Medienzentrum Fibs bezogen werden können.

Was sind die Inhalte und Ziele der Arbeit der Lehrkräfte für Sonderpädagogik mit dem Förderschwerpunkt Sehen?

Ziel der Arbeit der Lehrkraft für Sonderpädagogik ist, Schüler*innen mit Sehbeeinträchtigung oder Blindheit in allen Klassen und Fächern der allgemeinen Schule das selbstständige gemeinsame und nachteilsfreie Lernen und Arbeiten mit ihren sehenden Mitschüler*innen zu ermöglichen.

Hierzu beraten und unterstützen wir die Schüler*innen z.B. bei der Beschaffung und Nutzung geeigneter Hilfsmittel, wie zum Beispiel eines Bildschirmlesegeräts. Diese Hilfsmittel werden über die Krankenkasse finanziert.

Für Ausstattungen in der Schule (zum Beispiel ein Tisch mit höhenverstellbarer Platte oder einer Arbeitsplatzbeleuchtung) ist der Schulträger zuständig. Dafür kann er die Inklusionspauschale des Landschaftsverbands Rheinland beantragen.

Zudem beraten und unterstützen wir die Lehrkräfte an den allgemeinen Schulen hinsichtlich der auf die individuellen Bedürfnisse unserer Schüler*innen angepassten Gestaltung von Medien, Materialien und des Unterrichts sowie der Umsetzung des Nachteilsausgleichs. Dazu findet einmal pro Schuljahr auch eine Fortbildung für die Lehrkräfte in der LVR – Johanniterschule statt. Beim

Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule sowie beim Übergang von der Schule in den Beruf oder an eine Universität sind wir unterstützend tätig. Die Berufswahlorientierung begleiten wir auf Wunsch gemeinsam mit dem Integrationsfachdienst Sehen.

Wir kooperieren u.a. mit Optiker*innen, Hilfsmittel – Firmen, Fachärzt*innen, Behörden und Institutionen wie z.B. dem Medienzentrum Fibs in Soest. Hier können z.B. digitale Schulbücher und Lektüren, sowie taktile Abbildungen angefordert oder Materialien ausgeliehen werden (Sehen -Broschüre).

Kann mein Kind mit Sehbeeinträchtigung oder Blindheit am Gemeinsamen Lernen teilnehmen?

Für die Teilnahme am Gemeinsamen Lernen ist die Feststellung des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs im Förderschwerpunkt Sehen Voraussetzung. Nach ausführlicher Beratung kann von den Eltern ein Antrag auf Eröffnung des Verfahrens über die Schule gestellt werden.

Nähere Informationen finden Sie unter folgendem Link:

https://www.brd.nrw.de/Themen/Schule-Bildung/Schulrecht-und-Schulverwaltung/Fragen-und-Antworten-zum-Sonderpaedagogischen

Welche Vorteile hat mein Kind durch das Gemeinsame Lernen?

Die Beschulung im Rahmen des Gemeinsamen Lernens ermöglicht den Besuch einer Schule in Wohnortnähe. So hat der Schüler/die Schülerin die Möglichkeit, soziale Kontakten in der Nachbarschaft zu knüpfen und beizubehalten. Lange Fahrtzeiten zur LVR – Johanniterschule nach Duisburg werden ebenso vermieden wie der Besuch eines Internates (von – Vincke Schule in Soest mit dem Bildungsgang Realschule für Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt Sehen/Carl – Strehl – Schule in Marburg mit dem Bildungsgang Gymnasium für Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt Sehen).

Welche Nachteile oder Grenzen hat das Gemeinsame Lernen?

Schüler*innen mit Sehbeeinträchtigung oder Blindheit, die eine allgemeine Schule besuchen, müssen in der Regel ein höheres Maß an Konzentration und Leistungsbereitschaft aufbringen, als ihre sehenden Mitschüler*innen. Oft ist die Zeit im Unterricht zum Erledigen einer Aufgabe (Textarbeit, Interpretieren einer Abbildung, mathematisches Zeichnen u.a.) für sie knapp bemessen.

Durch das Nutzen ihrer Hilfsmittel und die Inanspruchnahme des Nachteilsausgleichs geraten sie in eine Sonderrolle, die sie oft nicht einnehmen möchten.

Welche Möglichkeiten der Kontaktaufnahme mit anderen GL – Schüler*innen und deren Eltern gibt es?

Das GL – Team der LVR – Johanniterschule bietet verschiedene Peergroup - Aktivitäten für GL – Schüler*innen und deren Familien an. Auf dem Programm stehen z.B. der Besuch einer Kletterhalle oder eines Zoos.

In regelmäßigen Abständen findet in unserer Schule samstags eine Showdown – AG statt. Das ist eine inklusive Sportart, die sowohl von Menschen mit Sehbeeinträchtigung oder Blindheit als auch vollsichtigen Menschen ausgeübt werden kann. Showdown, auch Tischball genannt, wird auf einer Art Tischtennisplatte, die von einer Bande umgeben ist, gespielt.

Einmal pro Schuljahr bieten wir einen ganztägigen Kompakttag je für die Schüler*innen der Grundschule und der Sekundarstufe an. Hier finden zum Beispiel gemeinsame Aktivitäten in der LVR -Johanniterschule wie Basteln und Backen für Ostern, ein iPad – Kurs, ein Escape – Room oder Sportspiele statt. Alternativ gehen wir zum Beispiel gemeinsam Bowlen oder Schlittschuhlaufen.

Natürlich ist jeder bei unserem Schulfest oder den zweimal im Jahr stattfindenden Hilfsmittelausstellungen in der Aula willkommen.

Eltern und Schüler*innen erhalten zu Beginn eines Halbjahres einen Flyer, dem sie die Termine entnehmen können.

Alle Termine befinden sich auch auf unserer Homepage.

Eltern bieten wir zudem die Möglichkeit, sich digital zu vernetzen.

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